Warum ich zur Gemeinderatswahl 2020 kandidiere…

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Stephanie Kabon (Foto: Gasser & Gasser)

Ein kleiner Rückblick

2004 – Gröbming gibt mir für ein Jahr das Gefühl, dass Österreich zu einer zweiten Heimat wird. Ich bin wohl doch eher der Stadtmensch und so entscheide ich mich im Herbst 2005 zu siedeln.

2005 – Gratkorn als Lebensmittelpunkt zu wählen fällt mir leicht. Eine tolle Gemeinde, die sich um ihre Bewohner kümmert, die ein gutes Lebensumfeld für Familien bietet, die damit wirbt, dass sich Eltern keine Sorgen um Krippen- und Kindergartenplätze machen müssen. WOW! Das passt genau zu meinen Vorstellungen. Der Plan geht auf.

2007 – Ein Häuschen ist im Frühjahr gefunden. Die Nachbarschaft so, wie ich mir das wünsche. Infrastruktur mit Post, Bank, Billa, Spar und Kaffeehaus vorhanden. Im Oktober kommt mein erster Sohn zur Welt.

2008 – Antrag auf einen Krippenplatz abgegeben. Doch leider, kein Platz vorhanden. Die Lösung ist eine Tagesmutter in der Nähe meines Arbeitsplatzes. In Gratkorn passiert einiges. Spätestens als Bürgermeister Fandl erkrankt und der Ort in einer Art Schockstarre fällt, interessiert mich die Politik im Ort noch mehr.

2009 – Bürgermeister Fandl stirbt. Politisch gesehen wird es unruhiger im Ort. Im April kommt mein zweiter Sohn auf die Welt.

2010 – Die Anträge auf Kinderbetreuungsplätze sind längst abgegeben. In Gratkorn gibt es einen neuen Bürgermeister, alles scheint sich in ruhigen Bahnen zu bewegen.

2011 – Da es weiterhin keine Betreuungsmöglichkeit für die Jungs in Gratkorn gibt, freue ich mich darüber, einen Kindergarten- und einen Krippenplatz in Judendorf zu bekommen. Die Kinder gehen mit großer Freude in die Betreuung.

2012 – In Gratkorn munkelt man über finanzielle Schwierigkeiten, über unregelmäßige Vereinsförderungen. In den Zeitungen wird wenig darüber berichtet. Möchte man Informationen, kann man sich an Gemeinderäte wenden, die sich bis auf einen, allesamt zurückhalten. Im Kinderhaus werden wir gefragt, ob Gratkorn die Finanzierung der Plätze überhaupt aufrechterhalten kann. Das ist ein Schlag in die Magengrube, bin ich doch gerade mit dem 3. Kind schwanger und fest davon ausgegangen, dass Kinderbetreuung kein Thema mehr sein wird. Vor allem nicht in Gratkorn, wo man sich Familienfreundlichkeit und Kinderbetreuung für alle auf die Fahnen schreibt. Ende 2012 wird meine Tochter geboren.

2013 – Alles was ich in diesem Jahr erlebe, lässt meinen Glauben an Familienpolitik der SPÖ ins Schwanken geraten. Ich erlebe Bürgermeistersprechstunden, die einem Lügentheater gleichen. Schon zu Jahresbeginn besuche ich den Bürgermeister Kupfer, um Klarheit über die weitere Kostenübernahme der Kinderbetreuung in der Nachbargemeinde zu bekommen. Ich werde beruhigt und mit freundlichen Worten wieder nach Hause geschickt. Wenige Tage später erklärt uns die Leiterin des Kinderhauses, dass Gratkorn die Beiträge zur Betreuung nicht zahlt. Also wieder zum Bürgermeister, der mit gesalbten Worten spricht und erklärt, dass trotz der finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinde alles in bester Ordnung sei. Gleichzeitig bekomme ich die Information aus der Verwaltung, dass die Anmeldung meiner Kinder für Betreuung nicht berücksichtigt werden kann, da keine Plätze vorhanden. Lange Rede, kurzer Sinn. Die Kosten für das Kinderhaus werden nicht gezahlt. Mir wird nahegelegt, dass ich die Kinder gefälligst zu Haus betreuen soll. Ich starte einen hoffungsvollen Versuch und erkläre allen amtierenden Gemeinderäten die Situation. Auch die Bekundungen des Bürgermeisters zur Kostenübernahme, wie die immer wiederkehrenden Absagen der Verwaltung stelle ich dar. In einer Gemeinderatsitzung soll nun darüber befunden werden, ob die Finanzierung geleistet wird oder nicht. Lediglich der Gemeinderat der Grünen und der ÖVP setzen sich hier ein. Die Kostenübernahme wird von Seiten der SPÖ strikt abgelehnt und ich werde in ebendieser Sitzung von Gemeinderätin Strikovic aufgefordert, mich gefälligst mit den Kindern in Gratkorn zu integrieren. Das war ein Schlag. Wie soll Integration erfolgen, wenn Politik dies aktiv verhindert?

2014 – Es kommen unglaubliche Verfehlungen und Freunderlwirtschaft der SPÖ Gratkorn ans Licht. Bürgerversammlungen die unvergessen bleiben, lassen mich wirklich an den SPÖ Politikern zweifeln. Jede Menschlichkeit, jeder Hausverstand, jede Kritikfähigkeit ist auf der Strecke geblieben. Die Menschen in Gratkorn werden als Bittsteller behandelt, als lästige Störenfriede. Bis zu diesem Punkt war mich nicht klar, dass es diese Art von Politik wirklich gibt. Doch ist an diesem Punkt auch meine Entscheidung gefallen, dass ich mich für die Gemeinderatswahl 2015 aufstellen lassen werde.

Seit 2015 – bin ich nun im Gemeinderat tätig und noch immer beherrscht das System SPÖ Gratkorn -auf Kosten der Menschen, alles für die Partei- das Geschehen. Resigniert habe ich nie. Gezweifelt natürlich. An der Parteipolitik, am Drüberfahren, der Willkür und der Selbstverständlichkeit mit der hier in Gratkorn regiert wird. Also heißt es immer Weitermachen und dabei gehört werden.

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Übergabe der Unterschriften zur Volksbefragung, die man aus Angst vor der Bevölkerung nicht macht

Ein kleiner Ausblick

2020 – Wieder ein Wahljahr! Ich lebe nach wie vor sehr gern und immer tiefer emotional verwurzelt in Gratkorn. Als 2004 zuagroaste Deitsche, habe ich hier meine Liebe gefunden, meine Familie gegründet. Ich arbeite und lebe hier. Ich bin angekommen und sehr gern bereit, dafür etwas zu leisten und zurückzugeben. Ja, ich stelle mich mit der Bürgerliste Gratkorn dieser Wahl für Gratkorn. Mit dem Gedanken und dem Wunsch, eine Politik für die Menschen und mit den Menschen hier in Gratkorn zu machen.

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Stephanie & Moritz Kabon (Foto: Gasser & Gasser)

Liebe Grüße Stephanie Kabon 

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