Hochwasserwarnsystem – Erklärung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein altes chinesisches Sprichwort sagt:

„Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können.“ 

(Sunzi, chinesischer Philosoph und Stratege, ca. 500 v. Ch.)

Wir wissen nicht sehr viel über unseren „Feind“ Hochwasser.

Wir wissen, dass:

  • es mindestens einmal im Jahr kommt
  • es sich mit dem Klimawandel häuft
  • es schlimmer wird
  • es im Frühling und Sommer kommt
  • es sehr schnell kommt
  • es nicht sehr lange dauert
  • es mehrere Bäche in Gratkorn betrifft

Wir wissen nicht:

  • wann es entsteht
  • wie oft (einmal, zweimal oder dreimal) es kommt
  • wie (ob langsam steigend oder als Flutwelle) es kommt
  • wo die größte Menge an Wasser entsteht

Wissen wir, ob es an der Niederschlagsmenge liegt?

Es liegt an der Niederschlagsmenge in einer bestimmten Zeitspanne. Ob es an der Feuchtigkeit/Trockenheit der Böden liegt, kann man bezweifeln.

 

Warum?

Am 2018-06-03 hatten wir im Forstviertel 102,8 Liter/m² (www.wetter.com) innerhalb von 24 Stunden und keine Überschwemmung / kein Hochwasser in der Dult.

 

 

Am 2018-06-13 hatten wir im Forstviertel 34,7 Liter/m² (www.wetter.com) innerhalb 24 Stunden und wenig Überschwemmung / Hochwasser in der Dult. „Nur“ die Unterführung der B 67 ist vollgelaufen.

Überschwemmung der Unterführung in der Dultstraße am 13.06.2018

 

 

 

 

 

Am 2018-08-10 hatten wir im Forstviertel 26,3 Liter/m² (www.wetter.com) innerhalb 24 Stunden. Es gab eine sehr große Überschwemmung / Hochwasser in der Dult. Manche haben gesagt, die Größte seit 45 Jahren.

Und dies, obwohl das im Vergleich zum 2018-06-03 mit 102,8 Liter/m² in 24 Stunden eine geringe Niederschlagsmenge war.

Da die Böden vorher feucht bzw. trocken waren, ist allein die Niederschlagsmenge pro Stunde ausschlaggebend.

Am 2018-08-10 hat es 26,3 Liter/m² in ca. 45 Minuten geregnet.

Viele haben berichtet, dass das Wasser so schnell gekommen ist, dass sie nicht mal mehr die Garagentür zugemacht bekommen haben.

Hochwasserwarnsystem:

Damit wir mehr über das Hochwasser erfahren und die Menschen, Maschinen und Material vorzeitig vor dem Hochwasser schützen können, schlagen wir ein Hochwasserwarnsystem, wie es die Firma OTT (siehe: Präsentation) vertreibt, vor. Dieses wird auch in anderen hochwassergeplagten Gemeinden eingesetzt.

Die Messstände der Firma OTT haben eine Pegelstands- und Niederschlagsmessung. Alle Daten werden über Funk gesammelt und mittels Software verarbeitet. Die Daten und Ergebnisse werden im Internet bzw. als App dargestellt.

Warnstufen, Verteilerkreis sowie Art und Weise der Information kann bestimmt werden.

Man kann sich folgendes Szenario vorstellen:

„Das Hochwasserwarnsystem schlägt Alarm. Der Pegelstand am Messpunkt Dultstraße/Rannachweg steigt sehr schnell an. Von 20 auf 40 cm innerhalb von 10 Minuten. Auch der Niederschlag liegt bei 18 Liter pro Stunde. Es ergeht ein Warnsignal an die Feuerwehr und SMS/Email an interessierte Personen/Anwohner.

 Die Feuerwehr/Anwohner/Firmen haben jetzt 30 Minuten Zeit um Ihre Schotten dichtzumachen und den mobilen Hochwasserschutz (3 Minuten Montagezeit) zu errichten, der durch den immobilen Hochwasserschutz dicht ist.

Der Messpunkt vor der Autobahnbrücke meldet 10 Minuten später die gleichen bedrohlichen Werte. Über die Videoüberwachung via Internet sieht man die Charakteristik des Hochwassers. Der Messpunkt nach der Autobahnbrücke zeigt einen noch rascheren steigenden Pegel an.

Nach 20 Minuten (mit Übung) ist die komplette Dultstraße & Judendorfweg bis zur Mur bereit für die Wassermassen.

Das Wasser rauscht über die Dultstraße und spaltet sich auf Höhe Dultstraße 4. Ein Teil des Wassers bleibt im Dultbach und ein Teil wird über den Judendorf-Weg in die Mur geleitet. Hier muss eine große Rückstauklappe den Weg in die Mur erlauben.

Der Messstand vor der Dultstraße 4 zeigt an, dass es 26 Minuten gedauert hat, bis das Wasser übergetreten ist seit dem Warnsignal.

Nach 2,5 Stunden ist der Spuk vorbei und der mobile Hochwasserschutz wird zurück montiert.

Durch das Gefälle in der Dultstraße könnte die Aktionszeit um 5 Minuten verlängert werden und die Reinigungszeit um einen Tag verkürzt.“

Mit jedem Hochwasser lernen wir mehr über das Verhalten des Hochwassers. Mit dem Wissen können wir den Hochwasserschutz optimieren und die Rückhaltebecken nachrechnen.

Dieses Szenario lässt sich selbstverständlich auch für den Felberbach anwenden und es sollten dort zwei Stationen zur Anwendung kommen.

Für Fragen stehen wir Ihnen immer gerne unter info@buergerliste-gratkorn.at zur Verfügung

Liebe Grüsse

Ihre Bürgerliste